Des Schamanen Wahnsinn

Donnerstag, August 24, 2017

Rezension: Dem Kroisleitner sein Vater - von Martin Schult

Was Deutsche und Österreichter trennt, das ist die gemeinsame Sprache. So ungefähr könnte man den vorliegenden Kriminalroman in Kurzfassung beschreiben.

Das allein würde aber nicht ausreichen, um dieses sehr unterhaltsame Buch vorzustellen. Zum Inhalt: Ein 104jähriger ist gestorben. Das ist erstmal nichts ungewöhnliches bei diesem Alter. Umso mehr aber, wenn der Mann mit blauer Zunge, aufgeschrammten Knien und einem abgerissenen Knopf in der Hand gefunden wird.

Über Umwege wird ein Berliner Polizist dann erst zum Verdächtigen, bevor er es ist, der die Ermittlungen quasi übernimmt. Dabei stößt er auf allerhand skurille Dorfbewohner, die alle ihre Geheimnisse haben.

Was erst ganz humorvoll beginnt, bekommt nach und nach einen ernsteren Ton und wird immer spannender. Kunstvoll gelingt es dem Autor, die vielen Fäden miteinander zu verweben und den Leser dabei bei der Stange zu halten, denn immer bleiben Rätsel offen und hinter jeder gelösten Frage wartet weiteres Stirnrunzeln.

Erst am Ende, nach einer Entführung, Morden und anderen verrückten Vorkommnissen, die schon fast an biblische Plagen erinnern, löst sich alles auf und der Leser kann sich wohlig aufatmend in seinem Lesesessel zurücklehnen. Endlich weiß man, wer der Mörder ist und warum alles gekommen ist, wie es kommen musste. Sogar, was mit der englischen Sängerin namens Amy in London geschehen ist.

Hut ab vor dem Autor, der diese vertrackte Geschichte bis zum Ende souverän durchzieht, nie in extreme Albernheiten abdriftet und dabei super unterhält. Ganz klare Leseempfehlung.

Mittwoch, Juli 26, 2017

Böttingers Bücher mit Wolfgang Hohlbein und Kai Meyer

Montag Abend habe ich die Sendung "Böttingers Bücher" gesehen. Die Moderatorin traf da auf Wolfgang Hohlbein und Kai Meyer.
Leider ging die Sendung nur eine knappe halbe Stunde, denn ich fand sie fantastisch. Für mich hätte sie über Stunden laufen können. Es war sehr interessant, wie diese beiden großen Autoren leben und arbeiten.
Wolfang Hohlbein habe ich in meiner Jugend sehr häufig gelesen und auch heute kaufe ich ab und zu seine neuen Werke, auch wenn sie erstmal auf den Stapel wandern. Da geht es mir dann wie Kai Meyer. Er kennt diese "viele Bücher kaufen" auch, sagte er in der Sendung.
Kai Meyer habe ich erst später für mich entdeckt. Richtig gefesselt hat er mich auf einer Lesung aus "Die Seiten der Welt".
Besonders begeistert hat mich sein Satz "Die Freundlichkeit gegenüber dem Leser" sei ihm sehr wichtig. Und dass das bei ihm so ist, das kann ich bestätigen. Dazu muss ich verraten, dass ich mal die Gelegenheit hatte, mit ihm eine Pizza zu essen. Und nicht nur, dass er dabei war, auch Christian Montillon saß mit am Tisch. Ich war so fasziniert, dass ich kaum etwas sagen konnte. :-)
Wahrscheinlich sind jetzt viele Leser und Fans auf mich neidisch. Ob ich weiß, das ich ein totaler Glückspilz bin? Ja, das weiß ich. Ob ich jemals gedacht habe, selbst als kleiner Autor mit solchen Größen beim Italiener zu sitzen? Niemals!
Ich bin dankbar für diese tollen Momente, die ich schon erleben durfte. Und bin an einer Wiederholung interessiert. Vor allem bei Christian Montillon bin ich da sehr guter Hoffnung. ;-)
Ach ja, Kai Meyers tolle Büchersammlung in der Reportage fand ich super. Vor allem, als ich He-Man und Skeletor im Regal entdeckte. Da bin ich direkt noch ein bisschen mehr Fan geworden. :-)
 
Ihr könnte euch die Sendung noch in der Mediathek ansehen. Es lohnt sich.
 

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Mittwoch, Juli 19, 2017

Tod auf dem Green - Rezension zu "Abgeschlagen" von Katrin Schön

Mit "Abgeschlagen" liegt der dritte Band über die beinahe zufällige Ermittlerin Lissie Sommer vor. Die Autorin Katrin Schön lässt ihre Heldin scheinbar immer wieder unvermittelt in Kapitalverbrechen tippen. Dies lässt sich schnell erkennen, selbst wenn man die ersten beiden Romane nicht gelesen hat.
Um den vorliegenden Roman zu verstehen, ist das auch nicht unbedingt notwendig.
Schon erwähnte Lissie Sommer, die eigentlich eine Gaststätte führt, ist zufällig vor Ort, als es einen Mordfall auf einem Golfplatz gibt. Bei diesem einen Toten bleibt es nicht, schon bald muss ein zweiter Mann den Schläger für immer an den Nagel hängen.
Natürlich kann Lissie es nicht lassen und beginnt zu ermitteln. Wobei sie eher immer zufällig dort ist, wo es etwas über die Tat und den Täter zu erfahren gibt. Wirkliche Ermittlungsarbeit findet kaum statt.
Dazu kommt, dass die Polizei hier wieder einmal ziemlich dämlich dargestellt wird, was mir nicht besonders zusagt. Zusammen mit dem Stil und der Gegenwartsform, war es nicht unbedingt ein Roman für mich. Ich kann ihn wirklich nur denjenigen empfehlen, die auf seichte Unterhaltung für zwischendurch aus sind.

Montag, Juli 17, 2017

Autoren-Fragebogen Oliver Müller

Ich war mal fleißg und habe auf http://autoren-bücherei.de/autoren-fragebogen/oliver-mueller/ einen Fragebogen ausgefüllt. Manchmal ist es gar nicht so einfach, die Fragen zu beantworten. Ich zumindest kam öfter mal ins Grübeln.

Nun gut, ich habe es geschafft und jetzt könnt ihr die Antworten lesen. Wahlweise könnt ihr mich aber auch einfach immer noch selber fragen. ;-)


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Freitag, Juni 30, 2017

Ehe für alle!

Jetzt hat es also der Bundestag beschlossen. Die Ehe für alle kommt! Das ist doof - also zumindest für diejenigen, die gar nicht heiraten wollen. ;-)

Aber mal Spaß beiseite - ich finde es gut, dass der Bundestag so entschieden hat und ich danke jedem Abgeordneten der zugestimmt hat. Vor allem den CDU-Abgeordneten. Vielleicht waren ja auch ein paar von der CSU dabei, ganz sicher bin ich mir da nicht. Es hätten ruhig mehr oder besser alle sein können, das wäre ein Signal gewesen.

Jetzt müssen wir nur noch die katholische Kirche überzeugen. Aber die sieht die Ehe zwischen Mann und Frau ja auch als Keimzelle für Kinder. Ja, okay, macht Sinn. Auch das gleichgeschlechtliche Ehen wohl keine Kinder zeugen gemeinsam. Biologie halt, gut aufgepasst. Aber mal ehrlich: wieviele Kinder hat das Zölibat denn hervorgebracht?

Wenn ich gemein wäre, würde ich jetzt sagen: viele.

Na ja, die katholische Kirche will solche Änderungen einfach nicht so hektisch. Wenn man nach ein paar hundert Jahren feststellt, dass Galileo Galilei vielleicht doch recht gehabt haben könnte, dann ... ja dann ist so eine Entscheidung wirklich hektisch.

Ansonsten wähle die Worte von Michail Gorbatschow, damals in Richtung DDR gesagt, heute an die katholische Kirche. Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit.

In dem Sinne - heiratet schön! :-)


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Dienstag, Mai 30, 2017

Karten für die Phantastika gebucht

So, die Karten für das erste Septemberwochenende sind gebucht und ich freue mich jetzt schon auf ein phantastisches Wochenende in Oberhausen.

Das ist mal ein Veranstaltungsort fast um die Ecke. Da kann man wenigstens sicher sein, dass die Currywurst auch schmeckt. ;-)

Ansonsten lasse ich mich mal überraschen. Es ist schließlich die erste Auflage der Phantastika. Das Programm klingt nicht schlecht, ich habe mich auch zu einem Workshop angemeldet und vor allem hoffe ich, dass eine oder andere bekannte Gesicht zu sehen.

Montag, Mai 29, 2017

Der Brief - Carolin Hagebölling

Mit einem Brief kommt das Weltbild von Marie ins Wanken. Wer ist der Absender des Briefs? Wer weiß so viel über ihr Leben?

Spannend fängt das Buch an und hält sich am Anfang viele Richtungen offen, in die es gehen kann. Leider sind Maries Ermittlungen dann nicht so gut gelungen. Sie fährt mal eben nach Paris, obwohl sie gesundheitlich schwer angeschlagen ist, und alle Ermittlungsergebnisse fallen ihr mehr oder weniger einfach in den Schoß.

Trotzdem gelingt es der Autorin immer mal wieder, kleine Hinweise in die Geschichte einzustreuen, die den Leser auf eine falsche Fährte locken sollen.

Mit nur knapp 220 lässt sich die Autorin nicht ganz den Raum, den es vielleicht braucht, um Spannung aufzubauen. Diese wird zu oft durch persönliches Drama der Protagonistin unterspült.

Und wie oft am Ende eines solchen Buches, ist das Ende unbefriedigend. Es gibt nicht viele Möglichkeiten, eine Geschichte dieser Art aufzuklären. Meiner Meinung nach gelingt es der Autorin solide, aber eine neue Idee ist es nicht. Genauer ins Detail gehen kann ich nicht, sonst würde ich spoilern.

Für einen Lesenachmittag zwischendurch ist das Buch allemal geeignet.

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Die Hummerkönige - Alexi Zentner

Das schöne Cover des Buchs konnte mich zumindest dazu begeistern, die Leseprobe zu lesen. Und auch diese war gut genug, was vor allem am geschliffenen Stil des Autors liegt, mich für den Roman einzunehmen. Von diesem selbst allerdings war ich dann etwas enttäuscht.

Meiner Meinung nach kann sich der Autor nicht so ganz entscheiden, was er eigentlich beschreibt. Häufig wird weit ausgeholt, Geschehnisse in der Gegenwart mit Bildern aus der Vergangenheit beschrieben und in Verbindung gebracht, später wird auch noch ein Kriminalfall daraus.

Im großen und ganzen ist es die Geschichte der Familie Kings, die seit Jahrhunderten als Hummerfischer auf Loosewood Island lebt. Hauptperson ist Cordelia Kings, obwohl es auch sehr stark um ihren Vater geht, der eine sehr zentrale Person in ihrem Leben ist.

Ausufernd wird ihr Verhältnis untereinander, sowie das zu ihren Schwestern beschrieben. Und immer wenn man denkt, man würde die Personen kennen, zaubert der Autor neue hinzu: die Partner der Schwestern, verflossene Liebschaften, tote Vietnamveteranen des Vaters und fast alle Bewohner der kleinen Insel.

Dies führt dazu, dass bei der Hauptperson keine charakterliche Entwicklung festzustellen ist. Und wenn, dann eine, die ihr durch die äußeren Umstände aufgezwungen wird.

Am Ende ist die Geschichte vorüber, ohne das ich so recht wusste, um was es eigentlich ging. Mich konnte das Schicksal der Kings, obwohl es düster ist, nicht gefangen nehmen. Schlussendlich ist es auch einfach "too much", hier wird gefühlt ein schreckliches Ereignis an das nächste gereiht. Dazu treten die Kings noch, meiner Meinung nach, sehr selbstherrlich auf. Das geht bis zur Selbstjustiz. Sympathie kommt da bei mir nicht auf.